Montmirail 2006

Porträt, Stefan

Stefan

Mittwoch: Jochen und ich waren Mittwoch zeitig in Montmirail…… Die Reise verlief ohne nennenswerte Feindeinwirkung. Wir machten zuerst ein paar Erkundungen durch den Ort, um daraus später eventuell Vorteile in der Schlacht ziehen zu können. Später stieß Gottfried Mai zu uns. Wir fühlten uns gleich sicherer. Danach kamen am späteren Abend der Herr Major in Begleitung des Schützen Karsten Lange. Der Korporal Heiner Lange war in anderer Mission verhindert. Bei Anbruch der Nacht kamen der Schütze Walther mit seiner Verlobten.
Wir bauten schnell aber ohne Hast unser Lager mit zwei Lodgen auf. Man konnte stolz sagen: Die KGL hatte mal wieder die schönste Lagergasse!
In der Nacht kam der Herr Sergeant mit seinem angetrautem Weibe Marion, ihres Zeichens Marketenderin.

 

Donnerstag: Der Donnerstag verlief in weiten Teilen ruhig. Am Nachmittag, circa 3 Stunden nach dem Läuten zur Mittagsstunde, kam es zu einem kleinen Scharmützel. Dies wurde sehr interessiert von der umliegenden Bevölkerung beobachtet. Es gab auf beiden Seiten keine nennenswerten Verluste, so dass sich die alliierten Truppenteile, bestehend aus der KGL, der Holländischen 7. Linie und einer Schweizer Brigade (die eigentlich eher Napoleon nahe steht), am Abend zufrieden in ihre Lager zurückzogen.

 

Weg durchs Unterholz

Weg durchs Unterholz

Freitag: Der Tag begann mit zeitigem Wecken und einem nahrhaften Frühstück. Es wurde bekannt, dass sich französische Truppenteile in umliegenden Ortschaften aufhalten sollten. Um unser Schuhwerk zu schonen, requirierte unser allseits geachteter Herr Major kurzerhand, einen großen Pferdekarren. Mit ihm wurden die Truppen zu dem Ausgangspunkt der vor ihnen liegenden Schlacht gebracht. Man muss sagen: so bequem hatten wir es selten! Als wir ankamen, war vom Feind noch nichts zusehen und auch unsere Kavallerie, die aufmerksam das umliegende Gelände inspizierte, meldete. “Alles ruhig!”.
Wir marschierten frohen Mutes, mit einem gottesfürchtigen Lied auf den Lippen, durch die französischen Landen. Wir hatten nur ein Ziel vor Augen: Paris! Es blieb nicht lange so ruhig. Trotz anfänglicher Erfolge gegen feindliche Kavallerie, erkannten wir bald eine Übermacht der Franzen, was uns aber nicht den Mut raubte.
Am Abend zogen wir in einen kleinen Ort ein, wo wir freundlich aufgenommen wurden. Wir wurden von der Bevölkerung gut verpflegt. Die Nacht verlief etwas unruhig. Wir wurden in einem Kuhstall einquartiert. Die Kühe, solch Aufregung wohl nicht gewohnt, lärmten die ganze Nacht hindurch, bis in die Morgenstunden. Ich hatte zeitweise erwogen, einige von ihnen zu erschießen, was aber sicherlich den Unwillen der Dorfbevölkerung nach sich gezogen hätte. Mit solchen oder ähnlichen Gedanken schliefen die meisten aber dennoch bald ein, was am Schnarchkonzert meiner Kameraden zu erkennen war.

 

Schlosshof Montmirail

Schlosshof Montmirail

Samstag: Nach einem kurzen Frühstück ging es dann bald unter vollem Marschgepäck weiter. Wir voraus, die Franzosen uns aber dicht auf den Fersen. Wir legten einen Hinterhalt, was uns aber beinahe die Holländische Brigade gekostet hätte. Nur dem schnellen Schalten unseres Sergeanten und dem heldenhaften Eingreifen unsere Männer des zweiten Leichten der KGL ist es zu verdanken, dass es zu keinen nennenswerten Verlusten bei den Holländern kam. Sie bedankten sich später mit Branntwein. Nach vielen Gefechten, die aber alle heldenhaft gewonnen wurden, erreichten wir gegen Nachmittag unser Quartier im Schlosspark von Montmirail. Wie schön und friedlich lag er da, der eigene Strohsack ohne Kühe! Später wurden alle Truppenteile von den Honoratioren der Stadt geehrt.
Am Abend gab es zu Ehren der Beteiligten, unter Vereinbarung eines Waffenstillstandes, ein Festbankett. Es wurde viel gesungen und gelacht und manchmal muss man sagen:

“Franzosen sind auch Menschen”

 

Sonntag: Nach einem gemeinsamen Frühstück kam dann bald die Zeit Lebewohl zu sagen. Es wurden aber schnell Pläne für die nächsten Veranstaltungen und “Schlachten” geschmiedet.

Es war wieder einmal eine gelungene Veranstaltung mit vielen Kontakten auch über so manches “Sprachhindernis” hinweg.

 

Es lebe der König!!!

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